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  • on 20.09.2011
  • at 10:34 AM
  • by Gastautor

Die Geschichte der Krawatte: Eine Geschichte mit wenig Irrtümern… 0

Sep20

Ob zu feierlichen Anlässen, im Büro oder bei einem romantischen Candlelightdinner. Es gibt sie in allen Varianten und Formen. Doch egal, ob in einem schlichten Schwarz, auffallend mit Mustern, aus Baumwolle oder Seide: Eine Krawatte vollendet meist den perfekten Look eines gutaussehenden und seriösen Mannes. Und selbst in der Frauenwelt hat die Krawatte ihren Platz gefunden.

Doch wo kommt sie her? Wer waren die ersten Krawattenträger und wieso hat sie sich so fest etabliert in unserer Modewelt?

Um das Geheimnis, nach der Geschichte der Krawatte zu lösen, müssen wir zurück ins Jahr 1663. Zu dieser Zeit, herrschte Ludwig XIV in Frankreich. Er war es auch, der zwei Jahre zuvor, den Um- und Ausbau, des einst für Ludwig XIII errichteten Jagdschlosses zu einem Residenzschloss veranlasste. Und genau dort, vor dem noch im Bau befindlichen Schloss von Versailles, beginnt die Legende um die Krawatte. Glaub man den Erzählungen, so fand 1663 eine Truppenparade zu Ehren des Königs statt. Neben dem französischen, lief auch das kroatische Regiment auf. Und genau diese kroatischen Reiten waren es, die bei dem König Begeisterung entfachten. Sie hatten eine äußerst ordentliche und ansprechende Uniform, mit einer winzigen Besonderheit: ein Stück Stoff um den Hals. Am Kragen wurde dieser in Form einer Schleife bzw. Rosette befestigt und das Ende hing über der Brust. Das Interesse an diesem Bestandteil der Uniform war so groß, dass der König, die Cravate in seine eigene Garderobe aufnahm und innerhalb des Adels verbreitete. Laut Überlieferung, beschäftigte er sogar einen eigenen Cravatier, der für die Pflege und Reinigung seiner Krawatten zuständig war.

Natürlich, waren Halstücher und Krawattenähnlicher Halsschmuck nicht nur bei den kroatischen Soldaten üblich. Bereits seit dem Jahr 1655, war es üblich, dass Männer der oberen Schichten eine sogenannte Halsbinde trugen. Ein Tuch, welches zweifach um den Hals gelegt und vorn zu einem Knoten gebunden wurde. Das Ende hing dann locker über der Brust. Trotz alle dem, leitet sich die Bezeichnung Krawatte, also Cravate, von dem Wort Kroate ab.

Dass Krawatten auch heute noch in Verbindung mit einem tadellosen und ansprechenden Äußeren stehen, rührt daher, dass sie schon immer Teil von korrekten soldatischen Uniformen waren. Dies ist auch der Grund, warum Künstler und Menschen mit einer queren Einstellung zum Regiment oftmals demonstrativ auf Halsbinden und Krawatten verzichteten. Doch ebenso wurden Halstücher auch zum Zeichen von Rebellischen Aktivitäten. So trugen die Proletarier während der Französischen Revolution locker gebundene, rote Halstücher als Erkennungsmerkmal, während der Adel tadellos gebundene Seidenkrawatten in der Farbe weiß trug.

Doch auch ohne ausständigen, oder den Gehorsam zeigenden, Hintergrund blieben Krawatten seither fest verankert in der Kleidung. Fertige Halsbinder, die nur noch in Nacken verschlossen wurden, kamen erstmals im 18. Jahrhundert auf. Im 19. Jahrhundert entstanden erste Lehrbücher über Bindetechniken von Krawatten. Ein französischer Autor, stellte 1827 bereits 32 verschiedene Krawattenknoten dar und bis heute sind noch etliche hinzu gekommen.

Doch wer auch immer nun die erste Krawatte trug und wie auch immer sie gebunden war, er hat Accessoire erschaffen, was sich aus der Mode nicht mehr wegdenken lässt.

Bildquelle: Flickr/Webzeugkoffer

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